Das Projekt ZwischenWelten ist Bestandteil des Berliner Landesprogramms Radikalisierungsprävention und fokussiert sich auf eine niedrigschwellige Prävention von Gewalt- und Radikalisierungstendenzen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund und -erfahrungen.


Insbesondere jugendliche und heranwachsende Männer, die von Flucht und Kriegshandlungen traumatisiert wurden oder Gewalt in der eigenen Familie erlebt haben, empfinden die verschiedenen Konfliktlagen in ihrem Leben in Deutschland häufig als erdrückend. Sie haben das Gefühl, dass alles um sie herum zusammenbricht, der verlässliche, gesellschaftliche Boden unter ihren Füßen schwindet, sie selbst wenig Einfluss haben und ihnen keiner hilft.

Hier setzen die präventiven und pädagogischen Interventionen des Projektes ZwischenWelten an und zielen darauf ab, die Begegnung mit der deutschen Kultur integrativ zu gestalten. Die Jugendlichen sollen an der neuen Kultur teilhaben, ohne ihre eigene aufzugeben.
Ziel ist es, die Jugendlichen in dieser schwierigen Lebensphase, in diesem Übergang zwischen alter und neuer Heimat mit kreativen Angeboten anzusprechen und ihnen eine Gruppe von verlässlichen Freunden und strukturierter Freizeitgestaltung anzubieten. Ihre Problemlagen werden ernst genommen und sie erhalten ein Sprachrohr und Ventil für ihre Wünsche, Visionen und Schwierigkeiten.


Es geht außerdem darum, ein Bewusstsein für demokratische Prozesse zu schaffen, ihre Dialogfähigkeit zu trainieren und reale Perspektiven aufzuzeigen, um an der Gesellschaft teilzuhaben, Gehör zu finden und in den Austausch mit anderen zu kommen. Gemeinsam werden eine konstruktive Dialogkultur untereinander und mit der Mehrheitsgesellschaft etabliert und wichtige Reflexionsprozesse angestoßen.

Als Zentrum der kreativen Workshops innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern wird die Tradition des Geschichtenerzählens als Medium der Identitätsfindung und Reflexion aufgegriffen. Inhaltlich bearbeiten die Geschichten das Thema „Heimat“ und werden je nach Fähigkeiten und Interessen der Teilnehmer mit unterschiedlichen Kunstformen erzählt z.B. Schreiben, Film/Video, Graffiti/Zeichnungen/Comic, Theater, Rap/Musik.

Die Workshops umfassen drei Phasen: Geschichten finden – Geschichten erzählen – Geschichten teilen.

Beim „Geschichten finden“ geht es darum, zusammen mit den Teilnehmern die Geschichten aufzuspüren, die diesen zum Thema „Heimat“ auf der Seele brennen und wichtig für ihre Identitätsfindung sind.

Beim „Geschichten erzählen“ erhalten die Teilnehmer einen Einblick in das Handwerkszeug des Geschichtenerzählens, um ihre Ideen in unterschiedliche, künstlerische Formen kleiden zu können.

Zuletzt geht es beim „Geschichten teilen“ darum, die eigenen Geschichten mit der gewählten Kunstform einem Publikum zu präsentieren und dann im Dialog mit eben diesem Publikum zu diskutieren. Die Präsentationen stellen die kreativen Produkte in den Mittelpunkt und ermöglichen, dass die Kunst zum Ventil und Sprachrohr für die persönliche Message wird.

Die Ausstellung ZwischenWelten präsentiert die Texte der Teilnehmer zum Lesen und Anhören. Außerdem hat jeder Teilnehmer einen persönlichen Koffer gestaltet, der seine Assoziationen zum Thema „Heimat“ enthält.

Das Projekt